Wie alles begann

 

Auszug aus der Niederschrift einer Sitzung des Schulausschusses:

Ein Ratsmitglied würde es begrüßen, wenn Vereinsvorsitzende, Schulen, Jugendamt, Sportabteilung und sonstige am Sport interessierte Stellen in gemeinsamen Sitzungen (1- bis 2-mal jährlich) über die Förderung auf allen Gebieten des Sports diskutieren könnten und hält eine Zusammenarbeit dieser Stellen für unbedingt notwendig.

Quelle: Archiv

 

Zu dieser Erkenntnis kam auch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Sportämter in ihrer Arbeitssitzung in München. Den Sportämtern wurde von der AG empfohlen, einen Verband zu bilden, der alle Stellen angehören sollten, die verantwortlich in der Sportförderung und besonders in der Jugendarbeit stehen.

Daraufhin wurden in vielen deutschen Städten vergleichbare Verbände gegründet. Auch die Verwaltung in Frankenthal sah eine Notwendigkeit, da die Aufgaben der Schul- und Sportämter immer vielfältiger wurden.

Es hat aber immerhin noch, von der Willensbekundung 1965, einen Verband zu gründen, bis zur Gründung des „Stadtverbandes für Leibesübungen“ im Mai 1968 noch fast 3 Jahre gedauert.

 

Pressemitteilung in der Zeitung „Rheinpfalz“ vom 05.10.1967

Stadtverband für Leibesübungen

red. Frankenthal. Auf Anregung in der letzten Sportausschußsitzung sind Stadtverwaltung und Sportausschuss zu der gemeinsamen Meinung gekommen, dass in Frankenthal eine gemeinsame Interessenvertretung der Sportvereine gebildet werden sollte. Dieser Gründung eines sogenannten „Stadtverbandes für Leibesübungen“, dem möglichst alle Sportvereine der Stadt angehören sollten, käme insbesondere die Aufgabe zu, die gemeinsamen Interessen der angeschlossenen Vereine in der Öffentlichkeit zu vertreten. Gleichzeitig soll dieser Verband auch Bindeglied zwischen der öffentlichen Sportverwaltung, den Schulen und sonstigen Einrichtungen sein.

Es kann zwar nicht Aufgabe der Stadtverwaltung sein, einen solchen Verband zu gründen, doch ist die Stadtverwaltung bereit den interessierten Vereinen eine Starthilfe zu geben. Zu diesem Zweck wurde eine grundlegende Besprechung auf Mittwoch, 11.Oktober, 20 Uhr, im Jugendraum des VfR-Clubhauses am Kanal einberufen, an der neben der Stadtverwaltung sowie den Mitgliedern des Sportausschusses auch die Vorsitzenden der Sportvereine teilnehmen.

Quelle: Archiv

 

Pressemitteilung in der Zeitung „Die Rheinpfalz“ am 06.05.1968

Stadtverband für Leibesübungen wurde in Frankenthal aus der Taufe gehoben

hm Frankenthal. Fünf volle Stunden dauerte es am Freitag, bis die anwesenden Delegierten von 14 Frankenthaler Sportvereinen den „Stadtverband für Leibesübungen“ als Dachverband gegründet hatten. Über drei Stunden wurde allein die Satzung beraten, die 15 Paragraphen umfasst und im Hinblick auf die Kompetenzen des Stadtverbandes immer wieder zu Diskussionen führte. Nachdem diese Grundlage der zukünftigen Arbeit geschaffen war, erklärten die Vorsitzenden bzw. Stellvertreter der vierzehn anwesenden Vereine – fünf Vereine waren trotz Einladung nicht erschienen! – ihren Beitritt, genehmigten damit die Satzung und wählten in über einstündiger Prozedur durch schriftliche Stimmabgabe die erste Vorstandschaft mit Georg Frischknecht an der Spitze.

……..

Quelle: Archiv

 

Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Frankenthal, Registergericht am 09.07.1968 unter der Nummer VR 308.

 

Rückblick

Bereits 1924 war in Frankenthal ein Stadtverband für Leibesübungen gegründet worden, mit hauptsächlich dem Ziel, die rechtlichen Belange der Vereine geschlossen der öffentlichen Verwaltung zu unterbreiten, sowie gemeinsame Sportfeste zu organisieren und einzelne Termine für Veranstaltungen abzusprechen. Die Gründungsversammlung fand im früheren Cafe Clossmann in der Bahnhofstraße statt. Es wurde Herr Dr. Neubrunner vom Turnverein als Vorsitzender gewählt.

 

1933 wurde der Verband von den Nationalsozialisten verboten, aufgelöst und die Bücher, sowie die Kasse beschlagnahmt.

 

Nach dem Krieg, im Oktober 1945, wurde in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss der Tagesordnungspunkt „Stadtamt für Leibesübungen“ behandelt. In der Niederschrift heißt es: Es wurde beantragt, wieder ein Stadtamt für Leibesübungen bei der Stadtverwaltung einzurichten. U.a. wurde auch der Gedanke laut, in Frankenthal sämtliche Vereine in einem Großverein zusammenzuschließen. Es war sogar schon ein Plan ausgearbeitet worden, nach dem könnte der gesamte Sport des Großvereins unter die Oberleitung des Stadtamtes gestellt werden.

Dies wurde jedoch von den Frankenthaler Vereinen abgelehnt und der Gedanke wurde nicht mehr weiterverfolgt.

 

Fortsetzung folgt